Die Fußball-WM 2010 – ein Modellversuch
Auf dem Weg zu einer Kultur der friedlichen Einheit?
Der Internationale Fußballverband FIFA ist mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2010 ein großes Risiko eingegangen.
Südafrika, vor kurzer Zeit noch das Land der Rassentrennung und einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, ist auch heute in großen Teilen von unkontrollierbarer Gewalt geprägt und das Land mit der höchsten Kriminalitätsrate auf unserem Globus. Auf der anderen Seite ist die südafrikanische Volkswirtschaft die reichste ganz Afrikas, die Weine des Landes, gesegnet mit großartigen Naturschönheiten, zählen zu den besten der Welt. Enorme Bodenschätze wie Gold und Diamanten, Eisenerz und Uran sind Quellen großen Reichtums. Man darf also hoffen, dass das Experiment gelingt, und dass der Fußball, das Spiel ohne Grenzen, tatsächlich imstande ist, Mauern des Hasses und des Unverständnisses niederzureißen. Prächtige, modernste Stadien, die besten Kicker der Welt, begeisterte Fans, ohrenbetäubende Vuvuzelas, TV-Übertragungen für Milliarden Menschen auf dem ganzen Erdkreis – das könnte schon eine gute Fortsetzung aller bisherigen Entwicklungszusammenarbeit und ein toller Start in eine positivere Zukunft des ganzen afrikanischen Kontinents sein.
Bleibt zu hoffen, dass dem fulminanten Eröffnungskonzert mit Shakiras WM-Song „Waka, Waka“ und den interessanten ersten Matches ein spannendes und – vor allem – reibungslos friedlich ablaufendes Turnier folgt, aus dem schließlich ein würdiger Weltmeister hervorgeht. Alles erdenklich Gute für den FIFA World Cup 2010 am Kap der Guten Hoffnung!
hans.krameritsch@REGO.at