Philharmonischer Hörgenuss
Spitzentöne und edelster Streichersamt in einem sehr kurzweiligen Programm begeisterten das Publikum in der Kirchbacher Pfarrkirche im Rahmen der „Philharmonischen Klänge in der Südoststeiermark“. Philharmoniker-Urgestein Günther Seifert und sein formidables Wiener Concordia Quintett, bestehend aus jungen Spitzenkräften der Wiener Philharmoniker, zogen die zahlreiche Zuhörerschar in diesem Nachmittagskonzert gleich mit einer schwungvollen, transparenten Interpretation des Eingangssatzes aus Mozarts kleiner Nachtmusik in ihren Bann.
Auf Mozart setzte auch die bezaubernde, junge weißrussische Sopranistin Veronika Groiss, die sich mit der Susanna-Arie „Deh vieni non tardar“ fulminant vorstellte, nachden sie die Figaro-Gräfin bereits erfolgreich bei einer großen Japan- Tournee gesungen hatte.
Das vielfältige Programm führte dann im ersten Teil von einem Paganini-Furioso mit Zaubergeiger Seifert, über einen Streichquartett- Satz des Jahresregenten Joseph Haydn und etwas Lokalkolorit mit Schuberts fröhlichem Grazer Galopp bis zu Beethovens, einmal nicht am Klavier, sondern in der Streicherfassung gegebenen „Wut“ über den verlorenen Groschen. Mit feinsten Ohrwürmern von Strauß, Lanner, Dostal, Lehar und Leonard Bernstein im zweiten Teil stellten die „Concordianer“ ihre große Qualität für die hochklassige „leichte Muse“ unter Beweis, in dem sie kräftigen, satten Streicherklang ideal mit Leichtigkeit und feinster Durchhörbarkeit verbanden.
Weitere Glanzpunkte setzte Veronika Groiss mit ihrem frischen, beweglichen Sopran und machte deutlich, dass man noch viel von ihr hören wird. Ob bei Carl Bohms lyrischem „Still wie die Nacht“, Schumanns „Widmung“, den Operettenklassikern „Draußen in Sievering blüht schon der Flieder“ und dem Vilja-Lied, oder „One Hand, one Heart“ aus Bernsteins „West Side Story“ bis zur gefühlvollen Zugabe „Lippen schweigen“, immer war deutlich zu spüren, wie sehr sie die intime Atmosphäre des Kirchenraums, einem frühgotischen Kleinod der Oststeiermark, und den hautnahen Kontakt zum Publikum genoss.
Kurt Nestelberger, der Motor der „Philharmonischen Klänge in der Südoststeiermark“, und Alois Doppan als langjähriger Organisator in Kirchbach haben wieder die Berührung mit der absoluten Spitzenklasse möglich gemacht. Standing Ovations! (Dr. Markus Fally)